Vorsorge, Sparen und Vermögensaufbau

Im Berufsleben sind das nicht die beliebtesten Themen und doch gehörten Suchbegriffe wie Versicherung und Finanzierung zu den Top Ten in deutschsprachigen Suchmaschinen. Wir haben ein paar grundlegende Informationen für Arbeitnehmer zusammengestellt.

Grundsätzlich gilt der Vorsorge im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder Risikolebensversicherung der Vortritt vor weiteren Maßnahmen zum Sparen oder beim Vermögensaufbau. So sichert man sich einerseits besonders günstige Prämienzahlungen in diesem Bereich und profitiert schlussendlich auch von den Zinseszinseffekten im Gegensatz zu einem späteren Einstieg in diese Art der Vorsorge.

Lücken in der Altersvorsorge

Doch auch um das Sparen kommt man nicht mehr drum herum, denn immer mehr Rentner müssen von immer weniger Arbeitnehmern finanziell durch die Auszahlung einer Rente abgesichert werden. Sorgten 1950 noch durchschnittlich sechs Erwerbstätige für einen Rentner, so würden diese Leistung bei anhaltender demographischer Entwicklung gerade noch zwei Arbeitnehmer aufbringen müssen. Zum einen wachsen immer weniger neue Einzahler in das Rentensystem oder andere soziale Kassen nach und zum anderen hat sich die durchschnittliche Bezugsdauer von Rentenempfängern von 1960 bis 2009 verdoppelt. Dieser Wandel macht die private Zusatzabsicherung unabdingbar.

Sparen und der Aufbau von Vermögen sollen den Lebensstandard im späteren Alter weitgehend erhalten, auch wenn staatlich weitere Kürzungen der Bezüge notwendig werden. So spricht man im Bezug auf die Renten von einer sogenannten Versorgungslücke und mit speziellen Vergleichsrechnern im Internet kann man diese finanzielle Schere, die zukünftig noch weiter werden wird, unkompliziert berechnen. Zum einen beeinflussen die Einkommen in Jahren der betrieblichen Tätigkeit ebenso wie beitragsfreie Zeiten durch Arbeitslosigkeit, Kinderbetreuung oder Pflegejahre und auch der persönliche Status, ob man verheiratet oder alleinstehend ist, sowie private Versicherungsmaßnahmen diese Lücke.

Individueller Spar-Fahrplan

So individuell und dynamisch die persönlichen Lebenssituationen jedes einzelnen sind, so unterschiedlich klafft auch diese Lücke und so originär gilt es vor allem diese bis zum voraussichtlichen Eintritt in das Rentenalter wieder zu schließen. Die Palette ist riesig und auch wenn es keinen Königsweg geben kann, lässt sich durchaus ein optimales Konzept entwickeln, welches den persönlichen Lebensumständen auch in Zeiten des Wandels noch Rechnung trägt, wenn sich die Lebensweise in Bezug auf den Arbeitsplatz, die Familie und die finanzielle Gegebenheiten ändert.

So sollte man unbedingt vermeiden, den Start einer entsprechenden Vorsorge zu lange hinaus zu zögern, weil man damit vor allem eines ganz sicher tut und das ist: Geld verschenken. Dies geschieht zum einen durch die bereits erwähnten Zinseszinseffekte bei Spareinlagen, aber auch durch ausgelassene Zulagen aus Fördermodellen wie der Riester-Rente. Es gilt vor allem, betriebliche Altersvorsorge zu nutzen, wenn diese Möglichkeit seitens des aktuellen oder eines zukünftigen Arbeitgebers zur Verfügung steht. Risikoabsicherungen wie Berufsunfähigkeit oder Tod werden schnell zur existenziellen Bedrohlichkeit und sollten darum bereits im Vorfeld abgedeckt werden, um die späteren Vorsorgemaßnahmen nicht zu gefährden. Setzen Sie sich Ziele, aber bewahren Sie sich Ihre Flexibilität und setzen Sie nicht alles auf eine Karte, sondern streuen Sie um mögliche Wertschwankungen auszubalancieren. Setzen Sie vornehmlich auf Aktien und Aktienfonds, so ist es vorteilhaft, wenn man regelmäßige Umschichtungen vornimmt.