Geschicktes Ressourcenmanagment bringt Unternehmen weiter

Leider sieht es in vielen Unternehmen mit der Auslastung der Serverkapazitäten häufig ähnlich aus, wie bei der deutschen Bahn. In bestimmten Zügen ist einem als Fahrgast bereits vor Reiseantritt bewusst, dass man nur noch einen Stehplatz im zugigen Zwischenabteil erhalten wird. Bei anderen Zügen ist bereits im Vorfeld klar, dass man vor lauter Sitzplätzen die Qual der Wahl haben wird. Doch ähnlich wie bei der Bahn könnte man die Auslastung der jeweils aktuellen Ressourcenwerte bewusster steuern. Wichtig ist dafür zunächst einmal eine vernünftige Main Operation unit, die den effektiven und effizienten Überblick über die Tageszeitprofile der Auslastung zur Verfügung stellt. Hier entscheidet sich dann, wo die deutlichen Verbesserungspotentiale in der Ressourcenauslastung verborgen liegen. Logischerweise – und da sprechen wir dann auch wieder von einer Vergleichbarkeit zur Deutschen Bahn – sind die meisten freien Kapazitäten in den Morgenstunden und zur Mittagszeit verfügbar. An dieser Stelle gehen wir allerdings davon aus, dass die Job-Verarbeitung von komplexen Reports sowie der Tagessicherung bereits in die Nachtstunden verlegt wurde. Andernfalls sollte zunächst an diesen Basics gearbeitet werden. Mehr dazu findet man hier.

Natürlich muss auch klar sein, dass eine 100-prozentige Auslastung nie gegeben sein wird. Dennoch kann durch gewisse organisatorische und operative Veränderungen eine deutliche Verbesserung der Ressourcenverteilung erreicht werden. Zunächst einmal muss eben das angesprochene Tageszeitenprofil erstellt werden. Im weiteren Schritt sind die Größen der freizusetzenden sowie der zu verschiebenden Kapazitäten festzuhalten. Daraus wiederum leitet sich dann die Einzelanforderung an die jeweilige Fachabteilung ab. Klar ist hier allerdings auch, dass nun ein gewisses Durchsetzungsvermögen erforderlich ist. Hierzu sollte eine entsprechend fundierte Kostenanalyse aufgestellt werden. Denn natürlich sieht jede Fachabteilung die eigenen Jobs als absolut prioritiv an. Auch und insbesondere die Geschäftsleitung ist natürlich grundsätzlich eine priorisierte Abarbeitung der eigenen Tickets gewohnt. Doch an dieser Stelle muss über eine übersichtliche Kostenanalyse das Verständnis erzeugt werden, dass das operative Tagesgeschäft sich grundsätzlich keinem Projekt unterordnen sollte. Zudem muss Verständnis dafür erzeugt werden, dass wiederum Projekte sich nicht jedem Ad-hoc-Bericht unterordnen müssen.

Der Lerneffekt tritt in aller Regel dann ein, wenn eine Abrechnung auf Basis der zur Verfügung gestellten Kapazitäten erfolgt und dafür auch eine tageszeitspezifische Priorisierung zur Abrechnungsbasis aufgenommen wird. Wenn diese Abrechnung mit einem Monitoring der jeweils aktuellen Ressourcenwerte einhergeht, dann wird sich ein Ansturm auf die Kapazitäten in den günstigeren Tagesphasen feststellen lassen. Auf einmal werden dann auch die Ad-hoc-Berichte in den günstigen Morgenstunden oder Mittagszeiten laufen. Und auch die Geschäftsleitung findet sich dann relativ schnell in den kostengünstigeren Phasen sein.