Das Vermächtnis der Ich AGs

Der Grundgedanke der Ich AG

Die stetig steigenden Arbeitslosenzahlen war die Veranlassung dazu, den Betroffenen eine Arbeitsalternative anzubieten in Form von Selbstständigkeit. Arbeitslose, die sich dazu bereit erklärten, konnten nach Vorlage eines groben Businessplans eine regelmäßige finanzielle Unterstützung erhalten oder eine einmalige Auszahlung zur Gründung ihrer Ich AG.


Folgen der zunehmenden Ich AG – Gründungen

Die Ich AG sollte den Gründern den Weg in die reguläre Selbstständigkeit ebnen. Die Erfahrungen, welche die vorübergehend Selbstständigen gewinnen, werden ihnen später zugute kommen. Während dieser Übergangsphase können die Ich AG – Unternehmer sich einen Kundenstamm aneignen, der die Basis einer soliden Selbstständigkeit bildet.
Die Arbeitslosenquote konnte damit reduziert werden, die Zahl der Selbstständigen in jedwelcher Form stieg an. Die Zunahme der Selbstständigen stand sich selbst im Weg, das Kaufverhalten der Kunden wandelte sich zur Sparmentalität. Die Wirtschaftskrise stieg unaufhaltsam weiter, und mit ihr stieg die Zahl der Ich AG – Gründungen.

Die Ich – AG – Gründungsregelung nach 2006

Mehr und mehr Betriebe waren nicht mehr in der Lage, ihre Angestellten zu entlohnen oder mussten gar Konkurs anmelden. Die Notlösung, eine Ich AG als Übergang anzubieten, half in der Tat, die Arbeitslosenquoten zu senken, der Wirtschaftskrise selbst erbrachte sie keine Entlastung. Sowohl Angestellte als auch Ich – AG – Selbstständige vermochten sich ihren Lebensunterhalt mit ihrem Einkommen beziehungsweise Umsatz nicht mehr zur Gänze finanzieren und griffen auf den Ausgleich von Hartz IV zurück.

Fortan stieg die Quote der Hartz-IV-Anträge. Die großzügigen Ich AG – Zuschüsse bedurften einer Überarbeitung. Im Juli/August 2006 besaßen Arbeitslose der Stufe I (sie können ihre Lebenserhaltungskosten mit dem Erhalt ihres Arbeitslosengeldes decken) den Rechtsanspruch auf einen Zuschuss in Höhe ihres letzten Arbeitslosengeldbetrags sowie eine zusätzliche soziale Absicherung. Arbeitslose der Stufe II (ihr Arbeitslosengeld reicht nicht zur Deckung ihres Lebensunterhalts, sie erhalten zusätzlich einen Sozialgeldausgleich) haben kein Anrecht auf diesen Zuschuss, sie können jedoch ein Einstiegsgeld beantragen.

Tipps für Selbstständige

Die nachfolgenden Tipps für Selbstständige sollten definitiv Beachtung finden und können vor größeren Problemen bewahren. Bevor Unwissenheit in die Hartz-IV-Falle führt, sollten (angehende) Arbeitslose Existenzgründungsseminare besuchen wie sie zum Beispiel von der Industrie- und Handelskammer angeboten werden. Dort werden Werbe- und Marketingstrategien gelehrt, Vor- und Umsatzsteuerregelungen sowie Kleinunternehmerkenntnisse in Bezug auf Betriebskosten und Gewinnförderungen. Nicht zuletzt wird über Finanzierungsmöglichkeiten zu diversen Unternehmensgründungen aufgeklärt.