Ausbildung zum Redakteur – anspruchsvoller, als vermutet

Die Ausbildung zum Redakteur stellen sich die meisten Menschen nach wie vor sehr einfach vor. Redakteursschüler sind einfach am Weltgeschehen beteiligt, werden vor Ort eingesetzt und müssen die Nachrichten schreiben, oder noch einfacher, sie müssen lediglich die Meldungen der Agenturen so formulieren, dass sie eine eigene Aussage erhalten. Dabei gehört weitaus mehr zu diesem Ausbildungsberuf, denn der Redakteursberuf hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert.

Neue Medien gewinnen an Bedeutung

Das haben auch die verschiedenen Ausbildungsstätten erkannt, die die Ausbildung zum Redakteur ermöglichen. Deshalb ist die Ausbildung mittlerweile crossmedial ausgerichtet und es gibt sogar einen erweiterten Baustein zum Online-Redakteur. In der Ausbildung geht es darum, die zahllosen Nachrichtenmeldungen, die täglich um die Welt gehen, zu überblicken und diejenigen Meldungen auszuwählen, die für die eigene Zielgruppe interessant sein könnten.

Anschließend besteht ein großer Aufgabenbereich darin, alle Hintergrundinfos intensiv zu recherchieren, was den größten Teil der Arbeitszeit von Redakteuren in Anspruch nimmt. Die Journalistenschule will darauf vorbereiten und vermittelt verschiedene Recherche-Möglichkeiten und deren Anwendung, sowohl in den klassischen, wie auch den neuen Medien.

Mehr als nur Schreiben

Es geht also nicht nur darum, eine Agenturmeldung das 100. Mal zu wiederholen, sondern es geht darum, diese Meldung von einem Blickwinkel aus zu betrachten, der für die eigenen Leser interessant ist. Das macht die besondere Schwierigkeit des Berufs als Redakteur aus und die Journalistenschule hat die Aufgabe, den Schülern zu vermitteln, wie sie diese unterschiedlichen Blickwinkel am besten erzielen können.

Außerdem ist ein großer Teil des Aufgabenbereichs in der Recherche zu finden, welche nicht Jedermann liegt. Deshalb sollten sich angehende Redakteure intensiv fragen, ob dieser Job wirklich ihr Lebenstraum ist. Denn nicht jedem liegt die mitunter doch recht trockene Faktenrecherche, die schlicht und ergreifend für diesen Beruf vorausgesetzt wird. Nicht zuletzt muss auch eine eigene Meinung bei bestimmten Artikeln dargestellt werden.