Mehr Fortbildung statt Ein-Euro-Jobs

Ein-Euro-Jobs… Bei den oft als Ein-Euro-Job bezeichneten Arbeitsgelegenheiten, handelt es sich um Maßnahmen der Arbeitsagentur, die mit einer Mehraufwands-Entschädigung entlohnt werden. Diese Entlohnung schwankt im Regelfall um einen, bis zu zwei Euro. Ein reguläres Arbeitsverhältnis entsteht nicht, weshalb in diesem Fall auch kein Arbeitsvertrag zustande kommt.
Die Beschäftigung erfolgt auf Grundlage eines Einsatzplans. In diesem sind die Einzelheiten über den Tätigkeitsinhalt, die Arbeitszeiten, sowie die Höhe der Aufwands-Entschädigung und des Urlaubsanspruches geregelt. Wie sich daraus ergibt, gelten die Vorschriften für Arbeitsschutz und das Urlaubsgesetz im Rahmen dieser Maßnahme entsprechend. Das heißt, dass ein Mitarbeiter so einer Maßnahme nicht schlechter gestellt werden darf als ein normal beschäftigter Mitarbeiter. Ihm steht deshalb der gleiche Anspruch auf Urlaub zu. Da diese Maßnahmen im normal Fall aber nicht über ein Jahr laufen, wird in dieser zeit der Urlaubsanspruch mit zwei Tagen pro Monat gewährt. Die Bestimmungen über den Gesundheitsschutz sowie die Sicherheitsbestimmungen, treten auch für den Ein-Euro-Jobber in vollem Umfang in kraft. Als eigene Absicherung kann sich der Ein-Euro-Jobber auch auf die Grundgesätze berufen.

Das Ende der Ein-Euro-Jobs?

Das Sozialministerium gab Ende 2010 bekannt, dass man die so genannten Ein-Euro-Jobs überdenken wolle. Damit reagiert die Regierung auf die Kritik durch den Bundesrechnungshof. Ob die hunderttausendfach genutzten Billigjobs erfolgreich seien, dazu gab es noch keine Aussage. Der Bundesrechnungshof bemängelt, dass mehr als die Hälfte der Ein-Euro-Jobs eigentlich nicht gefördert werden dürften. Bei der Suche nach fester Arbeit seien die meisten geförderten Ein-Euro-Jobs für Langzeitarbeitslose nicht hilfreich und würden stattdessen sogar bestehende Stellen gefährden. Man Spricht derzeit von rund 280.000 Ein-Euro-Jobs bundesweit. Die Kosten belaufen sich laut Bundesagentur für Arbeit auf 1,7 Milliarden Euro.

Fortbildung…

Eher sollten sich die Arbeitsagenturen/Jobcenter auf sogenannte Bildungsgutscheine konzentrieren.
Ein Bildungsgutschein ist ein Formular zur Förderung einer Weiterbildung durch die Agentur für Arbeit. Er berechtigt zur Teilnahme an einer gesetzlich anerkannten Weiterbildung. Mit dem Bildungsgutschein macht die Agentur für Arbeit eine Zusage zur Kostenübernahme für die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung. Allerdings muss diese Weiterbildung von der Agentur für Arbeit anerkannt sein.
Die Bildungszielplanung der Agentur für Arbeit berücksichtigt die Weiterbildungen, für die die örtliche Agentur für Arbeit eine Förderung arbeitsmarktpolitisch für sinnvoll hält. Die Ausgabe der Bildungsgutscheine richtet sich im Allgemeinen nach dieser Planung. Durch die Einführung von Bildungsgutscheinen liegt die Auswahl von Weiterbildungsmaßnahmen nicht mehr bei der Agentur für Arbeit, sondern die Arbeitssuchenden haben eine höhere Eigenverantwortung für ihre individuelle Weiterbildung. Damit soll eine größere Wahlfreiheit ermöglicht und die Eigenverantwortung gestärkt werden.