Gasbranche boomt, trotzdem schwanken die Preise oft

Die Gaspreise schwanken in Deutschland von Region zu Region. So muss zum Beispiel der Besitzer eines Einfamilienhauses in Walldorf (Nord Baden) bei einer Gasmenge von 35.000 KWh fast 600 Euro mehr bezahlen, wie ein Abnehmer in Lippstadt (NRW). Das Bundeskartellamt hat mittlerweile einen Vergleich von Gastarifen veröffentlicht. Hier wurden Stichproben von 739 Versorgern zusammengefasst. Durch die Veröffentlichung soll mehr Transparenz geschaffen werden. Denn trotz der Liberalisierung kommt der Wettbewerb nur sehr schlecht voran. Gerade in den vergangenen Jahren mussten Gasverbraucher teils heftige Preiserhöhungen hinnehmen. Einige Versorger erhöhten die Tarife gleich um zweistellige Prozentsätze. Trotz des Marktmissbrauchs, den die Kartellbehörde nachgewiesen hat, verweisen viele Versorger auf gestiegene Importpreise. Verbraucherschützer fordern hier eine bessere Transparenz und eine bessere Kalkulation der Preise. Die Preise sollten so gestaltet sein, dass jeder Kunde sie nachvollziehen kann. Viele Gaskunden haben deshalb den Preiserhöhungen widersprochen. Es wurden auch vermehrt Sammelklagen eingereicht.

Gaspreise vergleichen:

Experten raten den Kunden einen Preisvergleich für Gas Tarife durchzuführen. Mit einem Gaspreisrechner lässt sich zum Beispiel ein günstigerer Versorger ausfindig machen. Durch einen Wechsel können so im Jahr ein paar Hundert Euro eingespart werden. Für einen kostenlosen Gaspreisvergleich im Internet benötigt man nur die eigene Postleitzahl und die Kilowattstunde vom Jahresverbrauch. Ein Wechsel zu einem günstigeren Gasanbieter ist sehr einfach. Viele Versorger bieten einen Gaswechsel gleich online an. Man sollte regelmäßig einen Gaspreisvergleich durchführen, denn viele Versorger erhöhen gerade vor oder nach einer Heizperiode die Preise. Außerdem kommt noch hinzu, dass der Energiemarkt sehr dynamisch ist. Am besten vor Ablauf der Kündigungsfrist empfiehlt es sich einen Blick auf die Gaspreise zu werfen. Bei einer Preiserhöhung hat der Kunde das Recht seinen Vertrag sofort zu kündigen, hier spricht man von einem Sonderkündigungsrecht.

Gaspreise verärgern die Verbraucher:

In den letzten zwei Jahren haben die Versorger ihre Gaspreise für Privatkunden sehr stark erhöht. Einige Kunden mussten sogar mehrmals Erhöhungen im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen. Die Versorger begründen die Erhöhung durch den gestiegenen Ölpreis, da dieser an den Gaspreis gekoppelt ist. Anfang des Jahres lagen die Gaspreise im Schnitt zwölf Prozent höher als noch zu Anfang des letzten Jahres. Nach einigen Stichproben kam man zu dem Ergebnis, dass die Nettopreise im Schnitt um zehn Prozent gestiegen sind. Dazu komme noch die Mehrwertsteuer. Es gab aber auch gute Meldungen. Einige Gasversorger haben seit langen mal wieder die Tarife gesenkt. Da der Ölpreis zwischenzeitlich gesunken sei, konnten die Tarife entsprechend angepasst werden. Auch seien die Netzentgeltgebühren von der Bundesnetzagentur gesenkt worden.